Mein Ansatz

Wir können pro Sekunde etwa 1 Million Reize in unserem Gehirn verarbeiten. Aber nur maximal 40 davon werden durch unser Limbisches System gefiltert und nur 1 davon gelangt zu einer Zeit in unser Bewusstsein. In unserem Limbischen System werden alle unsere Wahrnehmungen daraufhin überprüft, ob sie für uns eine Gefahr darstellen oder nicht. Bei Gefahr werden automatisch Stresshormone ausgeschüttet, die unseren Körper bereit machen für Kampf oder Flucht. Dieses sehr alte System diente unserem Überleben als Gattung Mensch und ist bis heute aktiv und die Grundlage unserer Wahrnehmung.

Das bedeutet, wir sortieren die Vielzahl unserer Wahrnehmungen danach aus, ob sie eine Gefahr beinhalten. Nur was diese Schranke passiert, kommt in unserer bewussten Wahrnehmung vor. Dies können wir erweitern, in dem wir lernen auf das zu achten, was aus ganz anderen Gründen für uns wichtig sein könnte, als für das limbische System. Als Unternehmer interessieren mich ganz andere Sachen an meinen Mitarbeitern als die Frage, ob sie eine Gefahr für mich sind. Um dies in meiner Wahrnehmung herauszufiltern, muss ich die Wahrnehmung entsprechend schulen.

Ich nutze dazu eine Technik, die als „Herunterdoppeln“ beschrieben ist. Ein „Heraufdoppeln“ kennen Sie, wenn Sie 1 aufteilen in 2 Teile, dieses dann in 4, danach in 8 und so weiter. Das Herunterdoppeln ist genau der umgekehrte Prozess. Aus einer Vielzahl von Erscheinungen (8) suche ich die gemeinsame Verbindung (4), deren Wurzeln (2) sowie deren Ursprung (1). Interessant ist, dass ich den Ursprung gar nicht suchen muss, der ist bei uns Menschen immer gleich. 

Als Unternehmer ist es wichtig, sein Personal danach auszuwählen, wie die jeweiligen Personen sich im Leben ausgerichtet haben. Wen schickt man als Außendienstmitarbeiter die ganze Woche auf Tour? Denjenigen, der den Schutz seiner Familie genießen möchte, oder denjenigen, der die freie Landstraße vor sich liebt? Wen platziert man an der Rezeption? Eine Dame mit mütterlichen Ambitionen oder eine mit Freiheitsdrang? Wer von den Mitarbeitern braucht ein Gemeinschaftsbüro und wer ein Einzelbüro? Wenn ein Unternehmer seinen Mitarbeitern das geben kann, was sie brauchen, schafft dies eine sehr tiefgehende Grundzufriedenheit, die sich in der Loyalität und Produktivität niederschlagen wird.

Außer den Grundorientierungen, die ich immer im Blick habe, spezialisieren sich die Menschen und bilden die verschiedensten Strategien aus, mit denen sie erfolgreich sind. Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie eine Person verändern können. Nehmen Sie sie so, wie sie ist und setzen Sie sie entsprechend betrieblich ein. Wenn Sie wissen, was wie wirkt, sind Sie dazu in der Lage.

Ich beginne immer mit dem Unternehmer selber. Er sollte als allererstes sich selber kennen und wissen, wie er wirkt. Dann schauen wir uns die wirklich wichtigen Leute im Unternehmen an und beantworten die Frage, mit welcher Strategie diese Leute ihr Leben gestalten. Anschließend schauen wir uns die Führungskräfte an und die Art, wie sie Mitarbeiter führen. Es spielt keine Rolle, wie viele Seminare jemand schon im Bereich „Mitarbeiterführung“ besucht hat. Wenn jemand selber ein ausgesprochen freiheitsliebender Mensch ist, wird jeder, der mit einem Problem zu ihm kommt, eine Störung seines Drangs nach Autonomie darstellen. Das kann man nicht durch angelernte Verhaltensweisen überdecken. Selbst die schönste strukturierte Tapete wirkt nicht auf einer krummen Wand. Im Gegenteil, sie betont das Krumme noch besonders.

Die primäre Grundstruktur eines Menschen scheint immer durch. Deshalb ist es vorteilhaft, diese Grundstruktur zu kennen und sie zur Grundlage von personellen Entscheidungen zu machen. Mein Leitspruch ist daher ganz einfach: Wissen was wirkt.

Ich schule Unternehmer darin, sich der grundlegenden Persönlichkeitsstrukturen ihrer Selbst und ihrer Mitarbeiter bewusst zu sein. Dies muss man gezielt schulen, weil ansonsten unsere Wahrnehmungen rein nach Ausrichtung unseres limbischen Systems, was gefährdet mich und was nicht, funktioniert. Die Wahrnehmungen sind schon da, sie stehen uns allen zur Verfügung. Es braucht nur die Kunst, diese auch für wahr zu nehmen.